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[A-DX] Adieu - der letzte Tag bei ROI - von Wolf Harranth



Betreff: [A-DX] Adieu - der letzte Tag bei ROI (lang)
Datum: 30. Juni 2003 22:44:06 MESZ


08:30 - Noch etwas müde (wir sind gestern erst am späten Abend von der Ham
Radio in Friedrichshafen zurückgekommen) im Funkhaus eingetroffen.
10:30 - Nach zwei Stunden sind der Kastenwagen und der Kombi entladen. Auf
dem Flur stapeln sich die Schachteln und Boxen. Wir haben schätzungsweise
200.000 Karten aus knapp 60 Konvoluten übernommen. Heute ist der heißeste
Tag des Jahres. Das Thermometer zeigt 36 Grad im Schatten an.
Alle sind am Packen. Der letzte Büroraum muss noch diese Woche besenrein
übergeben werden. Das Problem: Einige haben an ihrem neuen Arbeitsplatz noch
keine Bleibe. Marianne Veit, zum Beispiel, unsere Produzentin. Sie räumt die
Schränke leer. Da steigen mit jedem Ordner, mit jeder Mappe, mit jedem Bild
Erinnerungen auf. Aufheben? Aber wo? Wegwerfen? Unmöglich. Die letzte
Gelegenheit, aus dem System Dateien zu speichern. "Hotline" schaffen wir
komplett, Aufatmen: Alle Sendungen auf CD konserviert. Bei "Intermedia"
schaffen wir nur das Jahr 2002. Daumen halten, dass der Server nicht schon
morgen abgewürgt sein wird.
Zwischendurch kommen die letzten verbliebenen Mitarbeiter(innen) und fragen:
Wie war's? Wir erzählen vom Hörertreffen, von den schmerzlichen Abschieden
am Stand. Robert Theiler berichtet, dass pro Tag 200 Mails empörter Hörer
eintreffen, die nun ihren Seewetterbericht nicht mehr bekommen.
Wir lesen Mails. Ein Hörer: Als wir begonnen hatten, war er gerade drei
Jahre alt. Ein anderer: Als junger Mensch 1960 zu uns gestoßen, wir sind
"ein Teil seines Tages und Lebens" geworden. Ein österreichischer Missionar
aus Brasilien, für den wir der einzige Kontakt zur Heimat waren... Die APA
hat eine Adieu-Meldung gebracht, zwei Tageszeitungen übernehmen sie: Wir
sind kein Thema mehr.
12:00 Mittagspause. Johannes Stuhlpfarrer hat nur wenig Zeit. Er muss noch
die aktuellen Nachrichten ins Netz stellen. Unsere Website ist bereits
gewaltig abgemagert, aber wir haben uns vorgenommen, bis zum bitteren Ende
ordentliche Arbeit zu liefern. Johannes ist ab morgen arbeitslos - einer der
"freien" Mitarbeiter, die auf der Strecke bleiben. - Gerhard Hoyer (der für
unseren Internetauftritt sorgt) wurde überraschend aufgefordert, ein Projekt
zu beginnen, das mehrere Tage in Anspruch nehmen würde. Aber: in fünf
Stunden fährt er zum letzten Mal den Rechner herunter; auch er ist ab morgen
arbeitslos. - Sabrina Adlbrecht, hören wir, hat doch noch eine Aufgabe im
ORF erhalten. Auch sie war eines der Opfer. Jetzt darf sie als
Karenzaushilfe noch ein paar Monate bleiben...
12:45 Zurück in die Redaktion, den Maurern und Malern ausweichend: Schon
werden unsere Studios und Redaktionsräume für die künftige Verwendung
adaptiert.
17:00 Ich stehe da, den Karton mit den QSLs von OE1M in den Händen. Die
Hörerbetreuung macht dicht, übergibt die "Erbmassse" Wohin damit? Die
Aufkleber für die Abschieds-Bestätigung sind noch nicht eingetroffen. Ich
kann die Schachtel quer über den Flur in die Räume der QSL COLLECTION
bringen. Aber ab morgen ist ROI für die Poststelle nicht mehr existent. Na
ja, zum Glück gibt's ja Postämter. Und für die vielen treuen Hörer, die aufs
Rückporto "vergessen" haben oder die deutsche Briefmarken beilgelegt haben,
werden wir eben aus unserem Taschengeld das Porto beisteuern.
18:30 Christiane Eichberger, die das Sekretriat betreut, geht stumm, nur mit
einem Kopfnicken, an uns vorbei. Ein einziges Wort würde sie aus der mühsam
gewahrten Balance bringen. Kollegin Tosegi packt den Wasserkocher ein. Den
haben wir immer gemeinsam benutzt, daher blieb er uns auch nach Einstellung
der Esperanto-Sendungen erhalten. Gerhard Hoyer bedankt sich bei mir für die
gute Zusammenarbeit; er habe eine Menge gelernt. Er, der so viele unbezahlte
und unbedankte Stunden in unseren Intermedia- und Hotline-Auftritt
investiert hat, bedankt sich bei _mir!_ Der Kerl spinnt. Ich schulde _ihm_
Dank. Da kommen wir eben darauf zu sprechen, wie wir all die Zeit
miteinander umgegangen sind: Wie selbstverständlich wir uns die Arbeit
geteilt haben, all die Jahre ohne ein einziges lautes Wort! Jetzt hängt
Marianne die letzten Bilder ab; da druckst es auch sie.
Kein Brief, kein E-Mail von der Generaldirektion, von der Hörfunkdirektion.
Unser Chefredakteur auf Dienstreise in seiner neuen Funktion. Niemand da,
der Adieu sagt. Wir lassen nicht die Gläser kreisen, denn wir wollen uns am
Wochenende noch einmal treffen, alle, die dazu gehört haben, privat
natürlich.
Es ist ein Abend, wie jeder anderer: Der letzte dreht das Licht aus und
sperrt zu. Und in ein paar Stunden wird die Automatik (hoffentlich) Ö1
zuschalten, wenn bisher eines unserer Programme kam. Abschiedsworte oder
irgendwas dergleichen sind nicht geplant.
Ich habe in Friedrichshafen Baldur Drobnica DJ6SI interviewt. Das war meine
letzte Aktion für ROI. Ich speichere zum letzten Mal eine Datei ab, fahre
zum letzten Mal die Software runter. - Im Unterschied zu den anderen werde
ich, der Pensionist, morgen wieder ins Funkhaus kommen, nun aber definitiv
auf die andere Seite des Flures, dorthin, wo die QSL COLLECTION residiert.
Ich weiss noch nicht, wie die Infrastruktur funktionieren wird (von der
Eintragung im Telefonbuch bis zum Leeren der Papierkörbe...), aber das wird
sich weisen.
Jedenfalls ist dies, wenngleich nur ein halber Abschied, doch einer. Ich
rechne ein bisschen nach: Februar 1946 bis Juni 2003, das macht knapp 57
Jahre. Davon fast 33, mehr als mein halbes Leben, beim Auslandsdienst.
Und jetzt steh ich halt so da und hab den Schlüssel in der Hand und mach den
Laden dicht. Denn ich bin der Letzte. Und der Letzte macht das Licht aus.

Danke, Euch allen, von uns allen.
73 de Wolf

Einmal noch, eh ich's lösche:
--------
Wolf Harranth
ORF-Radio Österreich International
Redaktion Computer und Medien
A-1040 Wien, Argentinierstr. 30A
Fon +43-1-501 01-160 71
Fax +43-1-501 01-160 56
Mailbox +43-1-501 01-160 70
mailto:wolf.harranth@orf.at
http://roi.orf.at

Aktuelle Tipps

zum Fernempfang

Alle Zeitangaben beziehen sich auf UTC Weltzeit, früher auch als GMT bekannt, also während des Sommers MESZ minus zwei Stunden. (10 Uhr UTC = 12 Uhr MESZ)

Funkwetter aktuell

Die Angabe der Frequenz differiert von den üblicherweise verwendeten Abkürzungen, daher gilt hier: LF=unter 10MHz MF=10-20MHz HF=über 20MHz

Argentinien

Ekkehard Domnik hörte den Auslandsdienst Argentiniens am 12. Juli gegen 17.50 UT mit dem DX-Programm auf 15345 kHz, meldet die A-DX Liste.

Brasilien

PPE Observatorio Nacional, die Zeitzeichenstation aus Rio hörte Patrick Robic am 3. Juli auf 10000 kHz um 2100 UTC

Aserbaidschan

Die Voice of Justice aus Stepanakert - Aserbaidschan konnte Anfang Juli von Thomas Lindenthal um 13:22 UTC auf 9677,77 mit einigermaßen gutem Signal, aber schlechter und dumpfer Modulation gehört werden. Die Sendungen werden nur Dienstags und Samstags ausgetrahlt.

Diego Garcia

Willi Westrupp meldet auf A-DX den Empfang des AFN Senders der Insel Diego Garcia auf 4319 kHz. Gehört in USB Mode gegen 18.15 UT. (30.5.10)

Guinea

Patrick Robic meldet in A-DX den seltenen Empfang von Familia FM aus Guinea. Der schwache 1 kW Sender auf 4900 kHz ist seit Mai 2010 aktiv und in den späten Abendstunden sehr leise hörbar. Sendeschluss um 00.05 UT.

Isle of Man

Manx Radio von der Isle of Man konnte Reinhold Schuttkowski gegen 21.30 UT auf Mittelwelle 1368 kHz hören, berichtet er Mitte Mai in A-DX.

Niger

Nils Schiffhauer meldet Mitte Mai 2010 in A-DX den Empfang von LV du Sahel gegen 20.30 UT auf 9704 kHz.

Thailand

Andreas Hatting berichtet in A-DX vom Empfang des Senders Bangkok Meteo Radio auf 8743 kHz USB Mode gegen 19.00 UT , gehört auf dem DX-Camp Solingen. (20.5.10)

Griechenland

Radio Filia wurde am 29.3 gegen 09.00 UT von Felix Lechte auf 11645 kHz gehört. Anstatt des deutschen Programms wurde eine Musiksendung übertragen.

Tartastan

Herbert Meixner berichtet über den Empfang des Rundfunksenders Tartastans auf 9690 kHz am 28. März 2010 gegen 0630 UT.

Bolivien

Radio Logos aus Bolivien wurde von Erwin Duldner am 16. März gegen 23 UT auf 4865 kHz gehört.

Kuba

Der neue Sender von Radio Havanna im Tropenband auf 5040 kHz wurde von einigen Hörern Ende März in der A-DX Liste gemeldet. Der Empfang sollte während der späten Nachtstunden problemlos möglich sein.

Argentinien

Ralf Ladusch berichtet über den Empfang von RAE Buenos Aires abends auf 15345 kHz, nachdem der Sender einige Wochen außer Betrieb war. (18.2.10)

Kanada

Günter Lorenz berichtet in A-DX vom Empfang des CBC Northern Service auf 9625 kHz gegen 22.10 UT. (15.2.10)

Saipan

Reinhard Schmidt berichtet in A-DX vom Empfang von KFBS Saipan in russisch auf 11650 kHz gegen 11.20 UT. (14.2.10)

Indonesien

Wolfgang Büschel berichtet in A-DX über sehr guten Empfang der deutschen Sendung der Stimme Indonesiens ab 17.00 UT auf 9525 kHz. Der Sender aus Jakarta Cimangis ist bis ca. 17.30 UT gut hörbar. (13.2.10)

Surinam

Radio Apintie ist nachts auf 4990 kHz schwach zu hören. Bester Empfang gegen 03-05 Uhr UT, man sollte aber eine gute Antenne besitzen und auf wenige Störungen hoffen, die Station aus Surinam ist mit max. S1/S3 zu hören. (3.2.10)

Russland

Radio Rossii aus Magadan ist von Patrick Robic auf 7320 kHz um 07 UT gehört worden. Das Programm aus Yakutsk auf 7200 kHz war zeitgleich zu hören.(29.1.10)

Laos

A-DXer Thomas Lindenthal hörte den nationalen Rundfunk aus Laos gegen 13.30 UT auf 7145 kHz. Auch nachts ist auf der freien Frequenz der Sender aus Vientiane schwach zu hören.(26.11)

Burkina Faso

Überraschend hat Radio Burkina Anfang November seinen Tropenbandsenderauf 5030 kHz wieder aktiviert und ist seither abends schwach zu hören. (3.11)

Somaliland

Sam Voron berichtete über guten Empfang von Radio Hargeisa auf 7145 kHz. Tatsächlich ist die Station nach 17 Uhr UT bis zum Sendeschluss um 19 Uhr UT gut zu hören.

Kuba

Radio Rebelde ist eine der am lautesten hörbaren Stationen im 60 Meter Tropenband. Auf 5025 kHz kann der Sender ab ca. 22 Uhr UT die ganze Nacht selbst mit kleinen Radios gut gehört werden.

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