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Zuletzt aktualisiert:
29.08.2010 | 21:33



Digital oder Analog?


Ein Vergleich von Christoph Ratzer für weltweit hören

Dierking GD 82 NF und JPS NRF 7 im Vergleich

Um das vom Kurzwellenempfänger empfangene und oft gestörte Signal beser aus der Vielzahl von Interferenzen herauszuhören, bedienen sich viele SWLs eines dem Empfänger nachgeschalteten NF Filters. In der folgenden Beschreibung möchte ich auf die Unterschiede zwischen analogen und digitalen NF-Filter in der Praxis eingehen, um hier dem Rundfunkhörer und Amateurfunker eine kleine Hilfe bei der Entscheidung “Digital oder Analog” zu geben. Im direkten Vergleich stehen hier das bekannte und vielfach bewährte Dierking GD 82 NF Doppelnotchfilter und das seit wenigen Monaten erhältliche NRF -7 Filter des amerikanischen Herstellers JPS Communications. Hier handelt es sich um den kleineren Bruder des JPS NIR 10 NF Filters. (Testbericht in Weltweit Hören 10/92)

Um die Arbeitsweise beider Filter besser zu verstehen, zunächst eine kurze Erklärung die beiden Funktionen Notch und Peak. Im Notch - Betrieb wird dem gesamten NF Signal ein bestimmter Bereich “herausgeschnitten”, in dem das gestörte Signal liegt. Anhand Abbildung 1 wird z.B die Funktion Doppelnotch des Dierking Filters beschrieben, hier werden unabhängig voneinander zwei Störtöne unterdrückt. In der Betriebsart Peak wird genau umgekehrt das gewünschte Signal aus dem gesamten NF Signal herausgehoben, wie in Abbildung 2 ersichtlich. Diese Betriebsart wird hauptsächlich zum Empfang von Morsetelegrafie oder Fernschreibsendungen verwendet werden.

Beim NRF 7 handeltes sich um ein Gerät, dessen Basis ein digitaler Signalprozessor ist. In diesem Baustein werden nun alle zur Verfügung stehenden Signale digital aufbereitet und weiterverarbeitet. Nach der Bearbeitung der digitalen Werte werden diese wieder in “normale” analoge Werte zurückgewandelt und an den Lautsprecherausgang weitergegeben. Durch diese elektronische Bearbeitung der Signale werden natürlich viele Funktionen möglich die bei herkömmlichen analog arbeitenden Filtern nicht erreichbar sind.

Im Gegensatz zum amerikanischen Produkt ist das deutsche GD 82 NF Doppelnotchfilter ein rein analog arbeitendes Filter, das sich aber durch seine Vielzahl von manuellen Einstellmöglichkeiten vom NRF 7 Filter unterscheidet.

Nun möchte ich aber versuchen, die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile der beiden Geräte für den Rundfunkhörer herauszufinden. Das Dierking Filter wird komplett mit eingebauten 230V Netzteilfür ca. 320 DM ausgeliefert, das amerikanische Filter wird ohne Netzgerät (das immerhin 1 A Strom benötigt) um ca. 600 DM verkauft. Beim Dierking Filter fallen die umfangreicheren Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite des Gerätes auf. Im Gegensatz zum NRF-7, das nur über zwei Chinch Buchsen - für Ein- und Ausgang des Signals - verfügt, besitzt das Dierking Filter Eingänge für zwei Empfänger, die über einen kleinen Kippschalter auf der Rückseite des Filters umschaltbar sind. Ein Empfänger kann mittels fix aus dem Filter herausgeführten Kabel angeschlossen werden, der zweite Eingang ist als Chinch - Buche direkt am Filter ausgeführt. Weiters sind eine 3,5 mm Klinkensteckerbuchse für den Lautsprecherausgang und eine DIN Buchse für den Anschluss eines Recorders vorhanden. Für den Funkamateur gibt es einen Eingang für die PTT Steuerung, um so den Empfänger der über das Filter gehört wird, durch den Sender stummzuschalten. Auf der Vorderseite des GD 82 NF befindet sich der Ein-Aus Schalter, der Kopfhöreranschluss und die Regler für die Einstellung der Betriebsart, der Bandbreite und die beiden eigentlichen Notchregler. Das NRF-7 verfügt neben dem Ein-Aus Schalter über einen 10 stufigen Wahlschalter mit dem sämtliche Filterfunktionen gesteuert werden. Daneben befinden sich der “Bypass” Schalter, der die Filterfunktion überbrückt und die Kopfhörerbuchse.



Im direkten Vergleich beider Filter erkennt man schnell das unterschiedliche Konzept beider Geräte. So scheint mir das NRF 7 mehr ein Filter für den reinen Einsatz in SSB und CW zu sein, wogegen sich das GD 82 durch seine manuellen Einstellmöglichkeiten im Rundfunkbereich in AM wesentlich besser einsetzten läßt. Bei Einstellung einer schwachen Tropenbandstation, so z.B. der nun Anfang August wieder reaktivierte Sender ELWA aus Liberia auf 4760 konnte ich Störungen durch eine Fernschreibstation mit dem Dierking Filter sehr gut unterdrücken, wobei ich beim NRF 7 keine der vielen fixen Einstellungen als optimal empfinden konnte. Hier, und auch bei anderen Beispielen im Tropenband bewährte sich eine manuelle Einstellung des Filters fast immer als bessere Möglichkeit. In höheren Rundfunkbändern, in denen (fast) keine anderen Funkdienste dem Hörer das Leben schwer machen, konnte wiederum das amerikanische Filter durch seine automatische Notchfunktion punkten. Hier ist es das hauptsächlich vorhandene Interferenzpfeifen auf den stark belegten Rundfunkbändern, das durch diese vollautomatische Filterfunktion fast unmerkbar und in rasanter Geschwindigkeit aus dem Empfangssignal verschwindet. Beim Dierking Filter muß man zumindest zwei Regler drehen, bis man eine ähnliche Geräuschunterdrückung eingestellt hat. Lassen sich beim Dierking Filter manuell zwei verschiedene Töne mit über 60 dB unterdrücken, so sind es beim JPS Filter vier Töne, die automatisch um 50 dB unterdrückt werden. Wenn man nun die Bandbreite des Signals verkleinern möchte, so kann man dies beim Dierking Filter stufenlos von 20 Hz bis 4,1 kHz, das digitale Filter kann entweder auf 1,8 kHz (SSB N) oder 2,4 khz (SSB W) eingestellt werden. Für den Empfang von Morsesignalen stehen als Bandbreiten 250 und 500 Hz zur Verfügung. Im Inneren des Gerätes können nach persönlichen Wünschen des Hörers die Mittenfrquenz der CW Filter auf 400, 800 oder 1000 Hz eingestellt werden. Als Standardeinstellung ist ab Werk 800 Hz eingestellt. Beim Empfang von Rundfunksendungen eignen sich die SSB Bandbreiten nur bedingt, können aber bei gestörten Sinalen doch noch das für den Kurzwellenhörer richtige Signal etwas verbessern, wobei die manuelle Einstellmöglichkeit im Vergleich zum größeren NIR 10 Filter in kritischen Empfangssituationen doch fehlt, wie man das auch bei einem kurzen Test anläßlich des diesjährigen DX-Camps in Döbriach gut hören konnte. Wobei wir im Camp nachmittags in den Rundfunkbändern nur schwer „schön“ gestörte Stationen fanden, um die Funktion des Filters zu testen. Aber das muß wohl bei einer Vorführung so sein! In den Amateurfunkbändern ist das NRF 7 wesentlich besser zu verwenden, hier ergeben sich die gehörmäßig größten Unterschiede zum Dierking Filter. Nach einigen Stunden Betrieb in SSB möchte man fast nicht mehr ohne das digitale Filter hören, durch die automatische Notchfunktion erscheinen die Bänder ruhiger, das Hören über einen längeren Zeitraum wird wesentlich angenehmer. Im Peak-Betrieb ist die Klarheit des entstörten Morsesignals beeindruckend, das Signal wird nicht nur von seinen Störungen befreit, man hat den Eindruck das es auch noch kräftig angehoben wird. Die Peak Funktion des Dierking Filters kommt auch bei feinfühliger Abstimmung nicht an die automatische Arbeitsweise des Digitalfilters heran, besonders beeindruckend war der Unterschied bei schwachen, gestörten CW Signalen.

Welches Filter ist nun das Bessere? Diese Frage kann man so nicht beantworten. Man muß sich vielmehr die Frage stellen: Wofür brauche ich ein NF Filter? Wenn die hauptsächliche Anwendung in den Rundfunkbändern liegt, ist das Dierking Filter sicher die bessere Wahl. Für das Dierking GD 82 NF sprechen neben den guten manuellen Abstimmöglichkeiten auch noch die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten und der günstige Preis. Beim digitalen NRF 7 fallen die herausragende Peak Funktion und die automatischen Notch Möglichkeiten, die wohl größtenteils in den Amateurfunkbändern benötigt werden, auf. Dafür kostet dieses neue Gerät aber auch mehr als doppelt so viel wie das Dierking Filter.

Das NRF 7 und das Dierking Filter werden in Österreich von IGS Elecronic, Ing. Schmidbauer in Linz vertrieben. Wir möchten uns bei Ing. Schmidbauer für das NRF 7 Testgerät herzlich bedanken. In Deutschland ist das NRF 7 bei Kneiser und Doering, Senefelderstr. 16, 38124 Braunschweig erhältlich. Das GD 82 NF ist in Deutschland direkt beim Hersteller G. Dierking, NF/HF Technik, Im Felde 1 49201 Dissen /TW zu beziehen.

copyright Christoph Ratzer 9/93

Nachtrag: Das NRF7 ist nicht mehr am Markt präsent, Dierkings gutes Analogfilter gibt es inzwischen in der Version ED 88, weiterhin eine lohnende Anschaffung.

Aktuell: Das ED-88 NF


Ein Klassiker in neuem Gewand: Das Audio-Filter ED 88 NF der Firma Dierking. www.eurofrequence.de

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zum Fernempfang

Alle Zeitangaben beziehen sich auf UTC Weltzeit, früher auch als GMT bekannt, also während des Sommers MESZ minus zwei Stunden. (10 Uhr UTC = 12 Uhr MESZ)

Funkwetter aktuell

Die Angabe der Frequenz differiert von den üblicherweise verwendeten Abkürzungen, daher gilt hier: LF=unter 10MHz MF=10-20MHz HF=über 20MHz

Argentinien

Ekkehard Domnik hörte den Auslandsdienst Argentiniens am 12. Juli gegen 17.50 UT mit dem DX-Programm auf 15345 kHz, meldet die A-DX Liste.

Brasilien

PPE Observatorio Nacional, die Zeitzeichenstation aus Rio hörte Patrick Robic am 3. Juli auf 10000 kHz um 2100 UTC

Aserbaidschan

Die Voice of Justice aus Stepanakert - Aserbaidschan konnte Anfang Juli von Thomas Lindenthal um 13:22 UTC auf 9677,77 mit einigermaßen gutem Signal, aber schlechter und dumpfer Modulation gehört werden. Die Sendungen werden nur Dienstags und Samstags ausgetrahlt.

Diego Garcia

Willi Westrupp meldet auf A-DX den Empfang des AFN Senders der Insel Diego Garcia auf 4319 kHz. Gehört in USB Mode gegen 18.15 UT. (30.5.10)

Guinea

Patrick Robic meldet in A-DX den seltenen Empfang von Familia FM aus Guinea. Der schwache 1 kW Sender auf 4900 kHz ist seit Mai 2010 aktiv und in den späten Abendstunden sehr leise hörbar. Sendeschluss um 00.05 UT.

Isle of Man

Manx Radio von der Isle of Man konnte Reinhold Schuttkowski gegen 21.30 UT auf Mittelwelle 1368 kHz hören, berichtet er Mitte Mai in A-DX.

Niger

Nils Schiffhauer meldet Mitte Mai 2010 in A-DX den Empfang von LV du Sahel gegen 20.30 UT auf 9704 kHz.

Thailand

Andreas Hatting berichtet in A-DX vom Empfang des Senders Bangkok Meteo Radio auf 8743 kHz USB Mode gegen 19.00 UT , gehört auf dem DX-Camp Solingen. (20.5.10)

Griechenland

Radio Filia wurde am 29.3 gegen 09.00 UT von Felix Lechte auf 11645 kHz gehört. Anstatt des deutschen Programms wurde eine Musiksendung übertragen.

Tartastan

Herbert Meixner berichtet über den Empfang des Rundfunksenders Tartastans auf 9690 kHz am 28. März 2010 gegen 0630 UT.

Bolivien

Radio Logos aus Bolivien wurde von Erwin Duldner am 16. März gegen 23 UT auf 4865 kHz gehört.

Kuba

Der neue Sender von Radio Havanna im Tropenband auf 5040 kHz wurde von einigen Hörern Ende März in der A-DX Liste gemeldet. Der Empfang sollte während der späten Nachtstunden problemlos möglich sein.

Argentinien

Ralf Ladusch berichtet über den Empfang von RAE Buenos Aires abends auf 15345 kHz, nachdem der Sender einige Wochen außer Betrieb war. (18.2.10)

Kanada

Günter Lorenz berichtet in A-DX vom Empfang des CBC Northern Service auf 9625 kHz gegen 22.10 UT. (15.2.10)

Saipan

Reinhard Schmidt berichtet in A-DX vom Empfang von KFBS Saipan in russisch auf 11650 kHz gegen 11.20 UT. (14.2.10)

Indonesien

Wolfgang Büschel berichtet in A-DX über sehr guten Empfang der deutschen Sendung der Stimme Indonesiens ab 17.00 UT auf 9525 kHz. Der Sender aus Jakarta Cimangis ist bis ca. 17.30 UT gut hörbar. (13.2.10)

Surinam

Radio Apintie ist nachts auf 4990 kHz schwach zu hören. Bester Empfang gegen 03-05 Uhr UT, man sollte aber eine gute Antenne besitzen und auf wenige Störungen hoffen, die Station aus Surinam ist mit max. S1/S3 zu hören. (3.2.10)

Russland

Radio Rossii aus Magadan ist von Patrick Robic auf 7320 kHz um 07 UT gehört worden. Das Programm aus Yakutsk auf 7200 kHz war zeitgleich zu hören.(29.1.10)

Laos

A-DXer Thomas Lindenthal hörte den nationalen Rundfunk aus Laos gegen 13.30 UT auf 7145 kHz. Auch nachts ist auf der freien Frequenz der Sender aus Vientiane schwach zu hören.(26.11)

Burkina Faso

Überraschend hat Radio Burkina Anfang November seinen Tropenbandsenderauf 5030 kHz wieder aktiviert und ist seither abends schwach zu hören. (3.11)

Somaliland

Sam Voron berichtete über guten Empfang von Radio Hargeisa auf 7145 kHz. Tatsächlich ist die Station nach 17 Uhr UT bis zum Sendeschluss um 19 Uhr UT gut zu hören.

Kuba

Radio Rebelde ist eine der am lautesten hörbaren Stationen im 60 Meter Tropenband. Auf 5025 kHz kann der Sender ab ca. 22 Uhr UT die ganze Nacht selbst mit kleinen Radios gut gehört werden.

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